Spenden
In eigener Sache Es gibt Organisationen, denen man lieber spendet Spenden Sie? Sicher! Aber haben Sie sich auch schon überlegt, welcher Organisation Sie am liebsten etwas geben? Liegen Ihnen Kinder speziell am Herzen oder Behinderte? Finden Sie Katastrophenopfer benötigen Ihre Unterstützung am meisten? Ist Ihnen der Tier- oder der Naturschutz ein besonderes Anliegen oder ziehen Sie es vor, zur Linderung des Elends in der Dritten Welt einen Beitrag zu leisten? Diese Fragen werden wohl von jedem und jeder anders beantwortet. Aber wenn man das Spendenverhalten der Bevölkerung als Ganzes ansieht, dann erkennt man rasch, dass es Organisationen gibt, denen man lieber spendet als anderen. So ist es beispielsweise einfacher für kranke Kinder zu sammeln als für Asylanten in der Schweiz. Eine Organisation, die Blindenhunde ausbildet, muss weniger tun, um zu Geld zu kommen, als der Sehbehindertenverband. Greenpeace, die sich mit spektakulären Aktionen profiliert, hat es einfacher als Pro Natura, die seriöse Knochenarbeit leistet. Die Vereinigung Mund- und Fussmalender Künstler mit Sitz in Liechtenstein kann wohl mehr Spenden generieren als die Frauenhäuser, obwohl man annehmen darf, dass die Zahl geschlagener Frauen jene von Malern, die für ihre Arbeit auf die Hände verzichten müssen, um ein Vielfaches übersteigt. Aber es sind nicht nur einzelne Themen, für die bevorzugt gespendet wird. Der Erfolg einer Spendenaktion hängt auch von den Mitteln ab, die einer Organisation zur Verfügung stehen, um auf Ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Zu ihnen zählt beispielsweise das Schweizer Radio mit der Glückskette oder der Aktion «Jeder Rappen zählt». Damit können tatsächlich Millionen von Hörerinnen und Hörern erreicht werden. Der Erfolg oder Misserfolg einer Aktion kann aber auch von einem einzelnen Menschen abhängen. Dr. Guido Zäch vom Paraplegikerzentrum oder Pfarrer Ernst Sieber mit seinem Sozialwerk sind solche charismatische Persönlichkeiten. Was ich sagen will: Ob eine gemeinnützige Organisation mehr oder weniger Spenden erhält, hängt in der Regel weniger von ihrem Engagement ab als vom Thema, um das sie sich kümmert, von der Medienwirksamkeit, die sie schaffen kann oder von einzelnen Personen, die einen gewissen Kultstatus haben. Was dabei zu denken gibt: Seit Jahren steigt die Summe, die in der Schweiz gespendet wird, nur moderat. Die Anzahl der auf Spenden angewiesenen Organisationen aber wächst rasch. Das bedeutet, dass jene, denen es gelingt, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken, am meisten erhalten – oder wie schon Brecht sagte: «…die im dunkeln sieht man nicht.» Sabine Währen |
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